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Essstörungen

Unter dem Oberbegriff Essstörungen werden die beiden spezifischen Syndrome Anorexia nervosa („Magersucht“) und Bulimia nervosa („Ess-Brech-Sucht“) zusammengefasst. Beide Erkrankungen sind gekennzeichnet durch schwere Störungen des Essverhaltens sowie einer Störung der Wahrnehmung von Figur und Gewicht, die sich in einem negativen Körperbild äußert. Darüber hinaus gibt es Essstörungen, die die Diagnosekriterien für eine Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa nicht voll erfüllen, aber trotzdem klinisch relevant sind. Hier wird die Diagnose einer atypischen Anorexie oder atypischen Bulimie bzw. einer Nicht näher bezeichneten Essstörung (Essstörung NNB) vergeben. Eine Sonderform der Essstörung NNB ist die Binge Eating Disorder.

Die Störungsbilder Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und die Essstörung NNB weisen im Wesentlichen die gleiche Kern-Psychopathologie auf. Betroffene bewerten Essen, Figur, Gewicht und deren Kontrolle über, was sich in ähnlichen Einstellungen und Verhalten ausdrückt. Langzeitstudien haben gezeigt, dass sich Essstörungspatienten zeitweise zwischen diesen drei Störungsbildern hin und her bewegen.

Bei allen drei Störungsbildern sind gemeinsame Mechanismen wirksam, weshalb eine ähnliche Behandlung angezeigt ist. Wir bieten deshalb ein gruppentherapeutisches Behandlungskonzept für Anorexie, Bulimie und Essstörung NNB an. Darüber hinaus wird in Einzeltherapie die individuelle Ausprägung der Essstörung behandelt.

Anorexia Nervosa (Magersucht)

Betroffene mit einer Anorexia Nervosa haben ein sehr niedriges Körpergewicht im Verhältnis zu ihrer Körpergröße (BMI* von 17,5 und darunter) und leiden unter großer Angst vor einer Gewichtszunahme. Gewicht und Figur spielen eine sehr große Rolle für das Selbstwertgefühl der Patienten. Dabei nehmen sie ihr Gewicht und ihre Figur häufig verzerrt wahr, und fühlen sich trotz bestehendem Untergewicht zu dick (Körperschemastörung). Des Weiteren setzt bei Frauen die Regelblutung aus. Häufig versuchen magersüchtige Patienten ihr Gewicht durch exzessiven Sport und/oder Abführmittel bzw. Appetitzügler sowie evt. Erbrechen zu reduzieren. Auch Essanfälle können in diesem Zusammenhang auftreten. Oft ist es den Betroffenen lange nicht bewusst, dass Magersucht eine Krankheit ist und dass sie Hilfe brauchen. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Essstörungsschwerpunkt.

*Der Body Mass Index (BMI) ist ein Richtwert, der angibt, wie weit das Gewicht vom Normalgewicht abweicht und errechnet sich aus dem Gewicht in kg geteilt durch die quadrierte Körpergröße in m: BMI= kg/m².

Bulimia Nervosa (Bulimie)

Betroffene mit der Diagnose Bulimie leiden unter häufigen Essanfällen mit Kontrollverlust. Häufig essen sie während eines solchen Essanfalls große Mengen in einem vergleichsweise kurzen Zeitraum, wobei sie die Kontrolle darüber verlieren, was und wie viel sie essen. Dies geschieht meist so lange, bis sich ein unangenehmes Völlegefühl einstellt. Nach einem Essanfall verspüren die Betroffenen oft Gefühle von Ekel, Traurigkeit und Schuld.

Aus Scham essen sie häufig heimlich und nutzen Gelegenheiten, in denen sie alleine sind. Die Betroffenen machen sich große Sorgen um ihre Figur und ihr Gewicht und versuchen, mit Hilfe von Erbrechen, Fasten, Abführmitteln, Appetitzüglern oder exzessivem Sport einer Gewichtszunahme entgegen zu wirken. Die Diagnose Bulimia Nervosa wird gestellt, wenn solche Essanfälle mit Kontrollverlust und gegensteuernde Maßnahmen wie Erbrechen oder Fasten mindestens zwei mal pro Woche über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten auftreten. Finden keine Gegenmaßnahmen nach einem Essanfall statt, spricht man von einer Binge Eating Disorder.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Essstörungsschwerpunkt.

Atypische Formen der Essstörungen und Binge Eating Disorder

Es gibt Essstörungen, die die Diagnosekriterien für eine Anorexia nervosa oder Bulimia nervosa nicht voll erfüllen, aber trotzdem klinisch relevant sind. Hier wird die Diagnose einer atypischen Anorexie oder atypischen Bulimie bzw. einer Nicht näher bezeichneten Essstörung (Essstörung NNB) vergeben. Eine Sonderform der Essstörung NNB ist die Binge Eating Disorder.

Patienten mit einer Binge Eating - Störung haben genau wie Patienten mit einer Bulimia Nervosa wiederholt Essanfälle mit Kontrollverlust. Im Unterschied zu Patienten mit Bulimie erbrechen Binge Eating-Patienten nicht nach den Essanfällen und ergreifen auch sonst keine gegensteuernden bzw. gewichtskontrollierenden Maßnahmen (z.B. exzessiver Sport oder Abführmittel). Die Essanfälle werden von den Patienten als sehr belastend wahrgenommen. Eine Binge Eating - Störung wird diagnostiziert, wenn solche Essanfälle mit Kontrollverlust mindestens zwei mal pro Woche über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auftreten.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Essstörungsschwerpunkt.

Die ambulante Ess-Störungsgruppe

Das Gruppenangebot entspricht einem umfassenden Behandlungskonzept, das dem komplexen Bild der Essstörungsbehandlung gerecht werden möchte. Es basiert auf einem manualisierten Therapieprogramm (Legenbauer & Vocks, 2006).

Weitere Informationen finden Sie in unserem Essstörungsschwerpunkt.