Persönlichkeitsstörungen
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Persönlichkeitsstörungen

Unter der Persönlichkeit eines Menschen versteht man zeitlich überdauernde Muster des Verhaltens und Erlebens einer Person. Menschen unterscheiden sich stark hinsichtlich ihrer Persönlichkeit, dies trägt zur Vielfalt in der Gesellschaft bei. Man spricht von Persönlichkeitsstörungen (als international gebräuchlichem Fachbegriff), wenn sich Verhaltens- und Erlebensmuster entwickelt haben, die merklich von den sozialen Regelungen und Erwartungen der Umwelt abweichen und die mit (meist ungünstigem) Verhalten einhergehen. Diese Erlebens- und Verhaltensweisen führen somit entweder bei der Person selbst oder aber bei den Interaktionspartnern zu bedeutsamen Leid oder zu wesentlichen Einschränkungen (z.B. im sozialen oder beruflichen Bereich). Persönlichkeitsstörungen können somit als Störungen in der zwischenmenschlichen Interaktion betrachtet werden. Sie bestehen seit der Jugend oder dem frühen Erwachsenenalter. Die Verhaltens- und Erlebensmuster sind meistens wenig flexibel und erschweren die Anpassung an verschiedenen Situationen oder sich ändernde Lebensbedingungen. In der Bevölkerung leiden etwa 10-12% unter einer Persönlichkeitsstörung. Es können mehrere Persönlichkeitsstörungen gemeinsam auftreten, man spricht dann von einer kombinierten Persönlichkeitsstörung. Häufig leiden Personen mit Persönlichkeitsstörungen auch unter anderen Störungen, wie Ängsten oder Depressionen.

Im Folgenden werden einige der häufigeren Persönlichkeitsstörungen, so wie sie in der internationalen Fachsprache gebräuchlich sind,  kurz beschrieben ...

Vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung:
Hauptmerkmale sind eine große Selbstunsicherheit sowie das Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit (Überzeugung, im Vergleich zu anderen unattraktiv oder minderwertig zu sein). Dies führt dazu, dass Betroffene eine Reihe sozialer (privater wie beruflicher) Situationen aus Angst vor Kritik, Missbilligung oder Ablehnung ganz vermeiden bzw. sich in diesen Situationen sehr zurückhaltend und gehemmt verhalten.

Abhängige (dependente) Persönlichkeitsstörung:
Hauptmerkmale sind das Unvermögen, eigenständig Entscheidungen zu treffen sowie die Unterordnung eigener Bedürfnisse unter die anderer Personen. Zudem besteht häufig eine große Angst davor, verlassen zu werden bzw. auf sich selbst angewiesen zu sein, was zu „klammerndem“ Verhalten führen kann.

Zwanghafte Persönlichkeitsstörung:
Hauptmerkmal ist ein Muster an Rigidiät und Perfektionismus, das häufig die flexible Anpassung an neue Situationen und veränderte Lebensumstände behindert. Es werden hohe Ansprüche an die eigenen Leistungen gestellt sowie an moralische Werte und allgemeine „Verhaltensregeln“, weiterhin können eine übermäßige Gewissenhaftigkeit und eine starke Beschäftigung mit Details, Listen, Ordnung und Plänen beobachtet werden, so dass sich Betroffene trotz ihres hohen Leistungsanspruchs bei der Arbeit häufig „verzetteln“.

Borderline-Persönlichkeitsstörung
Hauptmerkmale sind eine Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen (die Beziehungsgestaltung ist intensiv, aber sehr wechselhaft, so dass andere Personen wechselweise stark idealisiert und dann wieder abgewertet werden) und starke Stimmungsschwankungen. Zudem zeigen Betroffene impulsive Handlungen, wie z.B. Wutausbrüche, Substanzmissbrauch, „Fressanfälle“, selbstverletzende Verhaltensweisen oder suizidale Handlungen.

Histrionische Persönlichkeitsstörung
Hauptmerkmale sind eine übertriebene Emotionalität und ein übermäßiges Verlangen nach Aufmerksamkeit und Bestätigung. Betroffene streben danach, im Mittelpunkt zu stehen und übertreiben bzw. dramatisieren häufig in ihren Berichten von eigenen Erlebnissen oder Emotionen, wodurch sie anderen oberflächlich erscheinen können.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Hauptmerkmale sind ein übermäßiges Gefühl der eigenen Wichtigkeit, Großartigkeit oder Einzigartigkeit sowie das Verlangen nach Bewunderung und Anerkennung. Häufig geht damit ein Mangel ein Einfühlungsvermögen für die Interessen und Motive anderer einher. Weitere Merkmale sind ein hohes Anspruchsdenken an die eigene Person und an andere sowie eine mangelhafte Kritikfähigkeit.