Soziale Ängste und Phobien beschreiben ausgeprägte und anhaltende Ängste in sozialen oder Leistungssituationen. Betroffene befürchten, sich peinlich zu verhalten oder zu blamieren und haben Angst vor Kritik oder Ablehnung. Die Ängste gehen deutlich über die einer normalen Prüfungsängstlichkeit hinaus und können sich auch auf das Essen, Sprechen oder Schreiben in Gegenwart Anderer beziehen. Die gefürchteten Situationen rufen fast immer unmittelbare Angstreaktionen hervor, die sich bis zur Panik steigern können. Häufig treten körperliche Symptome, wie z.B. Zittern, Erröten, Schwitzen, Magen- oder Darmprobleme auf. Die gefürchteten Situationen werden von Betroffenen möglichst vermieden oder nur mit starkem Unbehagen ertragen. Die sozialen Ängste führen zu Beeinträchtigungen im Alltag und verursachen den Betroffenen starken Leidensdruck.
Die Soziale Phobie ist eine vergleichsweise häufige Störung. Bis zu 12% der Bevölkerung entwickeln irgendwann in ihrem Leben eine Soziale Phobie. Die Ängste beginnen oft bereits im Jugendalter, und ihr Verlauf ist ohne Behandlung oftmals chronisch. Die Soziale Phobie ist jedoch durch eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Psychotherapie sehr gut behandelbar.
An der Universität Mainz sind das Psychologische Institut unter Leitung von Prof. Dr. Hiller und die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie unter Leitung von Prof. Dr. Beutel einem Forschungsverbund mit dem Namen Sopho-Net angeschlossen. Dieser Forschungsverbund zur Psychotherapie der Sozialen Phobie ist ein Zusammenschluss verschiedener Universitätseinrichtungen in Bochum, Dortmund, Dresden, Göttingen, Jena, Leipzig und Mainz. Der Verbund hat das Ziel, die Soziale Phobie und insbesondere ihre psychotherapeutische Behandlung zu erforschen und zu verbessern.
Angestoßen durch die Teilnahme am Forschungsverbund SophoNet hat die Poliklinische Institutsambulanz für Psychotherapie seit Dezember 2008 dauerhaft einen Behandlungsschwerpunkt „Soziale Phobie“ eingerichtet. Innerhalb des Schwerpunkts wird Betroffenen die Möglichkeit angeboten, eine therapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen, die sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert und speziell auf die Therapie sozialer Ängste zugeschnitten ist.
Wenn Sie unter den beschriebenen sozialen Ängsten leiden und diese Problematik zu deutlichen Beeinträchtigungen in Ihrem Alltag führt, können Sie telefonisch oder per email zu uns Kontakt aufnehmen. Sie werden, dann an die Mitarbeiter unseres Behandlungsschwerpunkts weiter vermittelt.
Weitere Informationen zum Forschungsverbund und dem Behandlungsangebot können Sie auch unter www.sopho-net.de nachlesen.