Gruppentherapie
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Die ambulante Essstörungsgruppe

Das Gruppenangebot entspricht einem umfassenden Behandlungskonzept, das dem komplexen Bild der Essstörungsbehandlung gerecht werden möchte. Es basiert auf einem manualisierten Therapieprogramm (Legenbauer & Vocks, 2006).

Im ersten Abschnitt beschäftigt sich diese Gruppentherapie neben Modulen zur Motivierung zunächst mit der Frage, wie die Betroffenen die Essstörung erworben haben und welche Strategien Sie anwenden können, um Ihr Essverhalten zu verbessern und Heißhungerattacken vorzubeugen. Hierzu wird ein individuelles Erklärungsmodell der Essstörung erarbeitet und Strategien zur Normalisierung des Essverhaltens und Verminderung von Heißhungerattacken entwickelt. Im weiteren Verlauf stehen negative Gedanken und Gefühle im Fokus, sowie Ansätze zu deren Bewältigung. Dazu werden Techniken der kurzfristigen Affektregulation, der kognitiven Umstrukturierung automatischer Gedanken, sowie der Veränderung der zugrunde liegenden Kernüberzeugungen vermittelt. Des Weiteren sollen Strategien zur langfristigen Affektregulation im Sinne von Spannungsabbau und Stressbewältigung trainiert werden. Auch Probleme im zwischenmenschlichen Kontakt werden thematisiert und Lösungswege erarbeitet. In diesem Zusammenhang wird die Verbesserung der kommunikativen Fertigkeiten angestrebt und soziale Kompetenzen werden aufgebaut. Ein weiterer Baustein der Gruppentherapie ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Die Fehlwahrnehmung des Körpers soll in der Gruppentherapie anhand verschiedener Übungen (Spiegel-, Video-, Abtastübungen) veranschaulicht werden mit dem Ziel das Körpergefühl zu verbessern. Des Weiteren werden Übungen zur Genussfähigkeit und der Einbau genussvoller Tätigkeiten thematisiert und die Erhöhung der Anzahl positiver Aktivitäten im Alltag angestrebt. Abschließend werden in sogenannten, ausschleichenden Booster-Sessions zum Ende der Gruppentherapie Strategien zur Vorbeugung und zum Umgang mit Rückfällen erarbeitet.

Zielgruppe

Betroffene mit Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, atypischen Formen dieser Störungen oder nicht näher bezeichneten Essstörungen.

Ablauf

Zunächst findet ein Erstgespräch statt, damit Sie uns und die Einrichtung kennen lernen und wir uns ein Bild von Ihnen machen können. Wenn Sie sich für eine Behandlung bei uns entscheiden, folgen zunächst fünf Sitzungen, in denen eine gründliche Diagnostik und die Planung des weiteren Therapieverlaufs durchgeführt werden, sogenannte probatorische Sitzungen. In der Regel kombinieren wir Einzel- und Gruppenbehandlung im Behandlungsplan, was in diesem Falle über die Krankenkassen abgerechnet wird. Bei externer Einzeltherapie besteht die Möglichkeit in Absprache mit dem Mitbehandler als Selbstzahler an der Gruppe teilzunehmen.

Das Gruppenangebot umfasst 20 Sitzungen à 90 Minuten, die einmal wöchentlich abends in den Räumlichkeiten der Ambulanz stattfinden. Bei kombinierter Einzeltherapie können die Einzelsitzungen je nach Bedarf vorab, parallel und nach Beendigung der Gruppentherapie stattfinden. Parallel zur Gruppe erhalten die Teilnehmerinnen mehrfach spezifische Fragebögen zur Diagnostik.

Essstörungen Grafik

Behandlungskosten

Die kombinierte Gruppen- und Einzeltherapie wird mit den Krankenkassen abgerechnet. Es entstehen für die Patienten keine weiteren Kosten.

Für Selbstzahler werden pro Sitzung 20 € berechnet, was einem Betrag von 400 € für die gesamte Gruppentherapie entspricht. Die Kosten werden in zwei Raten in Rechnung gestellt.