Was ist Verhaltenstherapie? – Eine kurze Einführung
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Was ist Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie beschäftigt sich vorrangig mit den aktuellen psychischen (seelischen) Problemen und Beschwerden. Sie wurde auf der Basis lerntheoretischer und sozialpsychologischer Prinzipien entwickelt und geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind und somit Leidensdruck verursachen. In der Therapie sollen Möglichkeiten geschaffen werden, neue Denk- und Verhaltensweisen auszuprobieren, um diese dauerhaft in den Alltag zu integrieren.

Zu Therapiebeginn wird eine Verhaltensanalyse erstellt, in der Erklärungen für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptome erarbeitet werden. Auf dieser Basis wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, in dem neben den Therapiezielen auch die Therapiestrategien festgelegt werden. Therapeutische Interventionen richten sich sowohl auf die belastenden Symptome (wie Angst, Depressivität, Schwierigkeiten in Sozialkontakten), als auch auf die Problemursachen. Die Inhalte der Behandlung werden zwischen Therapeut und Patient abgesprochen, Patienten arbeiten aktiv am Therapiegeschehen mit, indem beispielsweise Protokolle geführt oder Übungen gemacht werden. Sinnvoll ist oft das Ausprobieren neuer Verhaltensweisen im Alltag.

Eine aktive Mitarbeit des Patienten ist zentral in der Verhaltenstherapie und unerlässliche Voraussetzung für das Gelingen einer solchen, da die Therapie ihn schließlich nur für einen gewissen Zeitraum begleiten wird. Die erlernten Strategien sollen den Patienten helfen, im Alltag aufkommende Schwierigkeiten wieder alleine meistern zu können.

Für ausführlichere Informationen empfiehlt sich bspw. der „Wegweiser Verhaltenstherapie“ von Frederick H. Kanfer und Dieter Schmelzer, erschienen 2005 im Springer-Verlag.